Datum: 25. Januar 2020 um 22:23 Uhr
Dauer: 3 Stunden 7 Minuten
Einsatzart: Brand
Einsatzort: Wollham, Pocking
Einsatzleiter: FF Pocking
Fahrzeuge: MZF, HLF 20/16, DLK 23/12
Weitere Kräfte: FF Bad Griesbach, FF Eggersham, FF Hartkirchen, FF Indling, FF Kirchham, FF Pocking, FF Rotthalmünster, FF Schärding (OÖ), FF Würding, Land 1/2, Land 2, Land 2/3, Polizei, Rettungsdienst


Einsatzbericht:

Wir wurden durch die FF Pocking zu einem Brand in Wollham mit der DLK nachalarmiert. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb stand die Hackschnitzelheizungsanlage und die angrenzende Lagerhalle für die Hackschnitzel in Vollbrand. Wir unterstützten die Löscharbeiten mit unserer Drehleiter.

Bericht der PNP vom 27.01.2020:

Wollham. Zu einem Großeinsatz sind Samstagnacht elf Feuerwehren rund um Pocking ausgerückt. Gegen 22.20 Uhr geht die Alarmierung ein: Feuer auf der Straußenfarm in Wollham. Ein Blockheizkraftwerk mit einer Lagerhalle für Hackschnitzel steht in Flammen.
Wie das Polizeipräsidium Niederbayern mitteilt, ist das Feuer Samstagnacht in einer Halle auf dem landwirtschaftlichen Anwesen ausgebrochen. Dort war ein Blockheizkraftwerk samt Hackschnitzeln untergebracht. Laut Polizei brennt die rund 20 Meter mal zehn Meter große Halle völlig nieder. Das Blockheizkraftwerk wird komplett zerstört. Nach ersten Schätzungen geht die Polizei von einem Schaden von rund 300000 Euro aus. Verletzt wurde niemand. Auch die Straußen konnte der Brandleider noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Die genaue Brandursache ist derzeit nicht bekannt, ein technischer Defekt an dem Blockheizkraftwerk könnte nach bisherigen Feststellungen brandursächlich gewesen sein. Die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache hat der Kriminaldauerdienst der KPI Passau übernommen. Noch in der Nacht haben zwei Ermittlungsbeamtinnen die Brandstelle untersucht.
Dass das Löschen des Brands eventuell nicht ganz unproblematisch sein könnte, hat der Kommandant der Feuerwehr Pocking, Ingo Frank, schon geahnt. Im Mai 2018 hatte es dort ebenfalls gebrannt, infolge eines technischen Defekts blieb nach einem Vollbrand von einer Scheune auf dem landwirtschaftlichen Anwesen nichts übrig. Schon damals hatten die Feuerwehren das Problem, dass die Förderung von Löschwasser aus den umliegenden Brunnen schwierig gewesen ist. Infolge der zunehmenden Trockenheit sinkt der Grundwasserspiegel immer mehr ab, die Pumpen der Wehren stoßen technisch an ihre Grenzen.
„Wir haben daher diesmal sofort Feuerwehren nachalarmiert, die mit Tanklöschfahrzeugen ausgestattet sind“, erklärt Ingo Frank am Tag nach dem Brand. So ist in der Nacht ein Pendelverkehr eingerichtet worden, die Tanklöschfahrzeuge haben bei einem Hydranten im Gewerbegebiet Wasser aufgetankt, sind zur Brandstelle gefahren und haben dort einen Zwischenbehälter mit Löschwasser gefüllt. Da sich auf dem Dach der Lagerhalle eine Photovoltaikanlage befunden hatte, konnte das Wasser allerdings erst seine Wirkung entfalten, als die Dachhaut weit genug offen gewesen ist. „Löschen von innen her war nicht möglich – das war viel zu heiß“, sagt Kommandant Ingo Frank.
Spätestens gegen ein Uhr morgens sei der Brand unter Kontrolle gewesen, informiert Kreisbrandinspektor Peter Högl, der die Feuerwehren aufzählt, die Samstagnacht nach Wollham geeilt sind: Pocking, Hartkirchen, Indling, Würding, Bad Füssing, Bad Griesbach, Eggersham, Kirchham, Rotthalmünster, Ruhstorf und Schärding. „Die elf Feuerwehren waren mit rund 150 Einsatzkräften vor Ort“, sagt Högl. Einige von ihnen haben auf dem „Ball der Feuerwehren“ in der Ruhstorfer Niederbayernhalle alles stehen und liegen gelassen, als ihr Piepser ging.
Nach 2018 und einem Feuer im Jahr 2000 ist das nun der dritte Brand, der die Familie heimsucht. Jedes Mal war die Brandursache ein technischer Defekt.